Über viele Jahre bis hin zum Sommer 2016 war Jürgen vom "Gasthof an der Hunte" unser Gastgeber für zahlreiche Motorradtreffen und unzählige Stammtische.

Wir danken Jürgen und seinem Team für die schönen Stunden.

 

Aus vergangenen Jahren: Bodo schreibt 2007 über die Gründung von Eisenherz und die Anfänge

In Japan gibt es ein altes Sprichwort: "Keine Straße ist lang mit einem Freund an der Seite." Nur - wie findet man wirkliche Freunde? Einen besonders mühelosen Weg kann ich Euch verraten: Man fährt eine Guzzi.

Es war ein herrlicher Sommertag, als meine Erika endlich auch glückliche Besitzerin einer Guzzi wurde. Friedlich und leise knisternd standen meine Convert V 1000 und ihre 850 T3 in unserem Carport und kühlten langsam ab. Wir saßen davor auf einer Bank, eine wohltemperierte Flasche Bier in der Hand, stolz wie Oskar auf unsere beiden Guzzis. Da schreckte uns ein vertrautes Geräusch auf. Das konnte doch nur...

Und in der Tat: Da kam Johann ohne Helm mit einem Guzzi SP-Gespann vorgefahren. ,,Hallo." "Moin, Johann, sag' bloß, du hast auch eine Guzzi?"

"Klar, und mein Nachbar Richard auch." Flugs wurde nachgerechnet. Und siehe da: 1m Umkreis von gut 200 Metern gab es in der Nachbarschaft vier Guzzis. Natürlich hatten wir uns vorher schon flüchtig gekannt, aber - so seltsam das klingen mag - über unsere Leidenschaft fürs Motorradfahren nie gesprochen. Das änderte sich schlagartig. Nun wurden Pläne geschmiedet.

Konnte man sich nicht regelmäßig treffen, vielleicht sogar einen eigenen Club gründen, einen Verein? Fürs erste, so wurde schließlich beschlossen, sollte ein Stammtisch reichen. Gesagt, getan. Ab Sommer 1999 trafen wir uns jeden ersten Sonntag im Monat in der Gaststätte "Ton scharpen Eck" zum Kaffeetrinken und Benzinreden. Das sprach sich 'rum. Erst waren wir sieben, ein Jahr später schon 13 Motorrad - Fuzzis.

Und im Mai 2001 stieg das erste offizielle. gemeinsame Treffen der Guzzifreunde Ton scharpen Eck". Es wurde ein rauschendes kleines Fest mit Ausfahrt, Diavortrag, Lagerfeuer und einer urgemütlichen, familiären Atmosphäre.

Der Stammtisch wurde zu eng, bald brauchten wir den Clubraum. Beim zweiten Treffen im Jahr darauf standen schon Livemusik und Tombola auf dem Programm. Beim dritten Meeting 2003 aber begab es sich, dass vor allem die Wirtin ihrer unterschwellig schon lange vorhandenen Abneigung gegen die fröhliche Motorrad-Runde freien Lauf ließ, sie war halt nicht mit Benzin getauft.

Also nichts wie weg. Und so standen dann am l. Juni 2003 13 Moped-Besitzer vor der Gastwirtschaft "Zur Hunte" in Huntlosen und baten um Asyl. Sie wurden von Wirtin Anneliese, Tochter Sabine und Schwiegersohn Jürgen mit offenen Armen auf genommen. Jetzt konnten wir noch viel mehr planen und unternehmen: Tagesfahrten, Wochenendausflüge, Partys, eine Herbstfete.

Einen neuen Namen brauchte der Stammtisch nun aber auch. Und da hatte ich plötzlich eine Eingebung. Warum nicht "Eisenherz", nach jenem Wikingerprinzen aus Thule, der als Knabe an den Hof von König Artus auf dessen sagenumwobene Burg Camelot kam? Später wurde er dort berühmt als einer der Ritter der Tafelrunde, und eine eingeschworene "Tafelrunde" hatten wir schließlich auch gegründet. Mit seinem "singenden Schwert" bestand Eisenherz zahllose Abenteuer, wurde zum Symbol für Ritterlichkeit und Gerechtigkeitssinn. Das aber sind ganz genau jene Eigenschaften, denen auch wir uns verschrieben haben.

Der Name wurde also beschlossen wie begründet. Aber dann kamen uns doch Bedenken wegen der Urheberrechte. Also wurde der Verlag, in dem die Abenteuer des Prinzen erschienen, angerufen, unser Logo hingefaxt. Wie groß waren Überraschung und Freude, als wir am nächsten Tag schon die Erlaubnis erhielten, den Namenszug und das "singende Schwert" als Symbol für unsere Gemeinschaft zu verwenden.

Und noch etwas gilt es zu berichten:Das Verkehrsamt Wildeshausen und die Polizei erwiesen sich als wahre "Freunde und Helfer". Jedes Jahr wird eigens genehmigt, dass wir auf der Landstraße vor unserer Wirtschaft ,,Zur Hunte", wo normalerweise keine spezielle Geschwindigkeitsbegrenzung herrscht, von 100 km/h auf 50 km/h "herunterbeamen" dürfen.

Aber wenn dann wie im Mai letzten Jahres Wotan und andere Götter mitspielen wollen und uns mit einem Medley aus Blitz und Hagel, Sturm und Regen überziehen, dann sind dagegen zwar alle Helfer, Bühnenbauer, Strippenzieher, sponsernde Firmen und Freunde machtlos. Aber wir hatten trotzdem einen Heidenspaß mit "Dosenmucke". Ganz nach dem Motto: Eisenherzen wirft eben nichts um.

Für dieses Jahr und jedes kommende erhoffen wir uns, viele alte Freunde wiederzusehen, neue kennen zu lernen und zu gewinnen. Alle Moped-Fahrer sind bei uns herzlich willkommen. Und natürlich muss nicht jeder auf einer Guzzi herandüsen. Wir haben schließlich auch in dieser Hinsicht mopedmäßige Toleranz auf unsere Fahne geschrieben. Bringt dafür viel gute Laune mit. Noch eins: Unser Stammtisch ist frei, wir kennen keinen Kuttenzwang und keinen Beitrag.

Jeder kann zu uns kommen und auch gehen, wenn es ihm nicht gefallt. Auch wir haben einmal darüber nachgedacht, einen Club oder Verein aufzubauen mit allen möglichen Rechten und Pf1ichten und es dann doch gelassen. Weil wir eben keinerlei Zwang wollen und die sichere Erkenntnis gewonnen haben, dass durch Toleranz und Freiheit viel eher wahre Freundschaften reifen, Bindungen, die auch halten außerhalb von Guzzi und Co. Denn es gibt ein Leben auch ohne unser geliebtes Moped. Für uns jedenfalls ist dieses das Schönste: Freunde werden und bleiben, weil ,,keine Straße lang ist mit einem Freund an der Seite".

Und dann können wir getrost die absolute Lebensfreude genießen: Bei gutem Wetter in der Gruppe auf die Landstraße rausdröhnen. Gemächlich mit 15 oder 20 Guzzis durch eine kleine Stadt rollen. Auf der Autobahn auch mal aufdrehen. Den Wind spüren, den Geruch, Vibrationen, Adrenalin, ankommen, morgen weiter.

Wahrend ich schreibe, höre ich im Radio gerade "Lucky Man". Ein Zufall, sicherlich. Aber vielleicht können wir neuen Freunden ein wenig von unseren Erfahrungen vermitteln, wie man das zu werden versucht - ein "Lucky Man".

Von BoDo Arncken (aus Motalia 4/2007)

Motalia besucht unser Treffen und berichtet darüber (2011)

Ach, war das vor zwanzig Jahren noch schön, da fand alle paar Wochen mal ein Italo -Treffen statt, und da fuhr man dann hin. Heute gibt es nicht nur an fast jedem Wochenende eine Italo-Veranstaltung, nein, oft hat man mittlerweile die Qual der Wahl zwischen zwei, drei oder noch mehr Italo-Terminen. So stehen zum Beispiel für das erste Juli-Wochenende dreizehn (l3!) Termine im Veranstaltungskalender der Motalia alleine acht davon sind Guzzi- Treffen!

Auch am zweiten Mai-Wochenende war die Auswahl größer, als mir lieb war: Ducati-Club­Rennen in Assen, Guzzi-Treffen in Huntlosen und Rostock, Italo-Meeting am Niederrhein oder Italo-Frühstücke in Visbeck und Koblenz. Tja, wofür sollte man sich da entscheiden? Aber Moment mal, Huntlosen und Visbeck liegen doch nur wenige Kilometer auseinander das kann man doch prima kombinieren! Schnell war der Plan gemacht: Am Freitag geht es nach Huntlosen zum Treffen der Guzzifreunde Eisenherz (...)

Wir kamen trocken beim Ziel ein paar Kilometer südlich von Oldenburg an. Die Guzzifreunde Eisenherz veranstalten ihr Treffen bei einer Gaststatte an der Landstraße zwischen Huntlosen und Hatten direkt an dem kleinen Fluß Hunte. Für Essen und Trinken ist der Wirt zuständig, den Rest regeln die Guzzi­Freunde. Die Gaststätte bietet ordentliche sanitäre Anlagen und sogar Duschen. Zusätzlich stand noch ein kleiner Toilettenwagen zur Verfügung.

Für Zelten und Frühstück zahlten wir pro Person und Nacht zehn Euro. Danach suchten wir uns ein schönes Plätzchen auf der Wiese für unsere Wochenendbehausung. Das sollte möglichst weit weg von der Straße sein, aber auch nicht zu dicht am Zelt, wo am Samstagabend die Livemusik spielen sollte. Geographisch also nicht so ganz einfach zu lösen. Im Endeffekt landeten wir so ziemlich in der Mitte des Platzes und bauten dort unser Zelt auf. Als wir damit fertig waren, konnten wir nahtlos zum gemütlichen Teil des Abends übergehen: Motorräder anschauen, Benzinquatschen, Grillwurst essen und selbstverständlich das eine oder andere Bierchen mit alten oder neuen Bekannten trinken. So ein Abend vergeht immer wie im Flug.  

Die Veranstalter waren sehr zufrieden, wie viele Gäste gekommen waren. Wenn ich das zwischen den Zeilen richtig rausgehört habe, waren es diesmal deutlich mehr als sonst. So um die dreißig Zelte standen am Freitagabend auf der Wiese, das ergab schon mal mehr als fünfzig Nennungen. Der unerwartete Andrang schien das Thekenpersonal etwas zu überfordern, aber wir waren ja nicht am Verdursten, da konnte man auch mal etwas warten.  Nur die Bierglaser hätte man ruhig mal ordentlicher spülen können. 

Zu vorgerückter Stunde wurde es kühler, da versammelten sich einige von uns um die Feuerstelle. Wie immer gab es viel zu erzählen über italienische Motorräder, Gott und die Welt und viele andere Themen. Ein BMW-Mechaniker gab ein paar Geschichten aus seinem Berufsleben zum besten, so konnten wir auch mal über den Teller­rand "blicken".

Irgendwann zu später Stunde steuerten wir unser Zelt an und mussten feststellen, dass die Doppelluftmatratze es uns anscheinend übel nahm, da wir sie gut zwei Jahre nicht mehr benutzt hatten:  Sie verlor definitiv Luft. Also noch mal aufgeblasen. Der Morgen brachte uns dann nach schönen Träumen auf den Boden der Tatsachen zurück, oder anders gesagt: Die Matratze war so platt, dass wir auf dem Boden aufwachten! Nun waren wir zwar nicht am Boden zerstört, aber doch etwas verärgert. Naja, erst mal genossen wir das reichhaltige Frühstück mit Spiegeleiern im sonnigen Biergarten, das war schon klasse! (...)

Nach einer privaten Ausfahrt kehrten wir zum Treffenplatz zurück. An dem war das Unwetter anscheinend knapp vorbeigezogen.  Dort hatte sich mittlerweile einiges getan. Die Zeltwiese war deutlich voller geworden, und unter den Neuankömmlingen befanden sich einige bekannte Gesichter, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten. Mit dem jetzt geöffneten Bierpils klappte die Getränkeversorgung deutlich besser als am Vorabend. Ein Glas Bier kostete zwei Euro, und für eine Grillwurst waren 1,50 Euro zu bezahlen. Das waren Preise, mit denen man gut leben konnte. Einen Teil des Abends verbrachte ich mit Stefan, der wollte eigentlich nur als Tagesgast vorbeischauen, blieb dann aber doch länger und fand in irgendeinem Zelt bei Bekannten Unterschlupf. Mit Jupp wurden Erinnerungen an alte Zeiten wach, als Desmo Corse noch Rennveranstaltungen in Polen abhielt das ist auch schon über zehn Jahre her. Geli und ich konnten uns noch gut daran erinnern, als ihr Mann vor fünfzehn Jahren beim Guzzi-Treffen in Mandello verhaftet wurde, nachdem man ihm am Imbiss Falschgeld angedreht hatte. Mit anderen unterhielt ich mich über das erste Ostsee­Italo-Treffen in Kiel 1988 oder über die Gründungsversammlung des Bremer Italo Clubs, was auch schon eine Ewigkeit her ist. Ende Juli veranstalten die Bremer bereits ihr zwanzigstes Treffen, anläß1ich des Jubiläums dieses Mal mit Live-Musik.

Da wurde einem so langsam bewusst, wie lange man sich doch teilweise schon kennt, wie oft man sich in den vielen Jahren hier und da getroffen hat, teilweise ist die Italo-Szene wie eine große Familie. Auch dieser Abend verging wieder verdammt schnell. Hier ein Schwatz, dort ein Bier, dann etwas der Live-Musik zugehört. Zum Glück habe ich keine Uhr, so habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht, wann ich in den Schlafsack gekrochen bin.

Der Morgen begrüßte uns wieder mit schönem Sonnenschein, und auch das Frühstück war wieder prima. Dann galt es, Zelt abbauen, zusammenpacken, verabschieden und ab zum Italo-Frühstück.  

(Mit freundlicher Genehmigung aus MOTALIA Juni 2011)                   

 

Unser Stammtisch am 1. Sonntag im Monat findet jetzt im Meyer´s Gasthof in Huntlosen statt. Zeitpunkt wie immer 10 Uhr.

 

 Die neuen Zulassungszahlen von 2016 dargestellt in Diagrammform.

Zu finden unter "Diverses"

 

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